Wer noch vor zwei Jahren dem strahlenden Symbol der Integrationskraft der Europäischen Union, dem Euro, derart schwere Zeiten prognostizierte, wurde in die Ecke der ewigen Schwarzmaler gestellt. Wer konnte sich schon vorstellen, dass das Projekt Europa in so schweres Fahrwasser geraten könnte? Heute, zwei Jahre später, steht die Währungsunion vor ihrer größten Zerreißprobe.
Das Thema Staatsbankrott wird offen diskutiert: Die prekäre Lage so mancher europäischer Staaten gibt Politikern und Medien Anlass, über alle möglichen Lösungswege und deren Folgen zu spekulieren. Es war eine langsame Anpassung an die Realität, denn noch vor zwei Jahren war ein Staatsbankrott völlig undenkbar und wurde ins Reich der Hirngespinste und Illusionen verwiesen. Nun hat die Realität Medien und Politiker erbarmungslos aufgeklärt: Ein Staatsbankrott ist etwas Mögliches, ja sogar Wahrscheinliches geworden.
Ein Staatsbankrott kann in vielen Formen auftreten. Grundsätzlich kann man jedes gebrochene Zahlungsversprechen als Staatsbankrott bezeichnen, egal, ob Anleihen nicht bedient werden oder die Zusagen aus den Sozialsystemen, insbesondere bei den Renten, gekürzt werden. Angesichts der unüberwindbaren Schuldenberge dürfte das beliebteste Mittel die Inflation sein – und zugleich auch die hinterhältigste Form des Staatsbankrotts.
Inflation führt die Bürger eines Landes hinters Licht, sie ist schlicht und einfach Betrug. Rein formal werden die Abmachungen erfüllt, doch die Bürger schauen in die Röhre, da nur noch mehr oder weniger wertloses Geld in Umlauf ist. Aus Sicht der Täter, also der Notenbank und des Staates hat diese Form des Staatsbankrotts den unschätzbaren Vorteil, dass sie die relativ komplizierten Zusammenhänge leicht verschleiern und die Verantwortung auf andere Sündenböcke abwälzen können.
Gerade deshalb werden sich viele Staaten für die Inflation als ihre Version des Staatsbankrotts entscheiden. Die Richtung wurde schon eingeschlagen, fast in allen Staaten, auch in Deutschland. Der Haushaltsentwurf für 2010 weist darauf hin: mit einer Rekordschuld von über 80 Milliarden Euro belastet unsere Regierung den Staat noch schwerer.
Der Zusammenhang von Staatsverschuldung und Geldentwertung liegt auf der Hand: Wir müssen mit dem Schlimmsten rechnen. Davon sollte man sich nicht ablenken lassen, auch wenn die regierenden Marionetten immer noch versuchen, uns mit Optimismus und geschönten Zahlen zu blenden. Der erneute Schuldenexzess sei „notwendig und ökonomisch richtig“, so Bundesfinanzminister Schäuble, es gebe keine Alternative.
Aus der Opposition erheben sich die kritischen Stimmen, die diese Schuldenaufnahme geißeln – doch sie tun das bei jedem Beschluss der Regierung, insofern sollte man von dieser Seite keinen nennenswerten Widerstand erwarten. Vielmehr würde es so sein, dass ein Wechsel der Regierung kaum Änderungen in der Geldpolitik ergeben würde – die heutigen Schreihälse werden die Gelddruckmaschine ebenso rücksichtslos bedienen, wie es die aktuellen Machthabenden tun.
Die Politik weltweit, nicht nur in Deutschland, besteht aus einer großen Vereinigung von Schuldenmachern und verantwortungslosen Geldentwertern. Es scheint egal, wer am Ruder der Macht steht: Der geldpolitische Kurs, der direkt in die Inflation und den Staatsbankrott führt, wird nicht geändert. Das ist traurig, aber kaum zu ändern. Doch statt frustriert zu sein, sollten Sie aktiv werden: Sie können nicht den Staat retten (und er Sie auch bald nicht mehr), aber Sie können sich selbst und Ihre nächsten Mitmenschen aus dem Gröbsten der Krise heraushalten – mit einer umfassenden Krisenvorsorge.


