Manche Medien nennen ihn einen notorischen Crashpropheten. Doch auch diese Stimmen müssen zugeben, dass Roland Leuschel schon häufiger Recht behalten hat mit seinen Vorhersagen. Insofern sollte man seine Prognose bezüglich der Finanzkrise ernst nehmen: Leuschel erwartet einen Anleihecrash und massive Inflation – und das Finanzsystem bricht endgültig unter der Krise zusammen.
Die Krise hat die Weltwirtschaft immer fester im Griff. In Zeiten der Not ertönen aus der Wirtschaft verzweifelte Hilferufe nach staatlicher Unterstützung. Viele Unternehmen überleben nur noch dank der generösen Haltung des Staates – doch der Staat kann nicht ewig so weitermachen. Denn der Wettbewerb wird dadurch komplett verzerrt und der Staat laviert sich selbst nur in noch größere Probleme.
Griechenland verspricht, sich zu sanieren – und zwar grundlegend: Das Haushaltsdefizit soll bis 2012 von derzeit 12,7 Prozent des BIP auf unter 3 Prozent gesenkt werden, so wie es die Regelung der EU vorsieht. Mit einem eisenharten Sparkurs will die griechische Regierung dieses Ziel erreichen. Die Chance, dass das klappt, geht gegen null – und die Gefahr, dass Deutschland einspringen muss, scheint unumgänglich.
Die Staaten sind hoch verschuldet, das ist allgemein bekannt mittlerweile – doch wie hoch die Schulden der Staaten wirklich sind, verrät ein Blick hinter die offiziellen Zahlen. Weitere zum Teil erhebliche Zahlungsverpflichtungen schlummern in den Kassenbüchern der Staaten. Diese werden „implizite Schulden“ genannt und bestehen hauptsächlich aus umlagefinanzierten Sozialversicherungssystemen.
Auf China ruhen alle Hoffnungen: Dem Reich der Mitte wird die Vorreiterrolle im ersehnten wirtschaftlichen Aufschwung zugewiesen – wie eine Lokomotive soll sie den Rest der Weltwirtschaft aus dem Tal ziehen. Doch was passiert, wenn der Lokomotive zu viel zugemutet wird? Dann könnte die weltweite Depression erst richtig losgehen.
Zuerst die gute Nachricht: Der Bundeshaushalt für 2010 macht nicht ganz so viele Schulden wie zuvor gedacht: Ungefähr fünf Milliarden weniger Schulden werden es sein. Nun die schlechte: es sind immer noch 80,2 Milliarden Euro, die an Zusatzbelastung auf den Bund zukommen. Das sind pro Bundesbürger fast 1000 Euro neue Schulden. Was bisher komplett fehlt, ist eine nachvollziehbare Argumentation, wie der Bund von diesen Rekordschulden wieder runter kommen will. Ein Sparkurs sieht anders aus.
Das Beispiel Griechenland zeigt anschaulich, wie drastisch die Bürger von der hohen Verschuldung ihres Staates getroffen werden können: Das radikale Sparprogramm, mit dem doch irgendwie noch der drohende Staatsbankrott abgewendet werden soll, stellt eine hohe Belastungsprobe für die griechischen Bürger dar. Überall soll gespart werden und die Bürger müssen sich auf empfindliche Einkommenseinbußen einstellen.
Mit unserem Geld wird schon lange ein unsägliches Spiel getrieben: Die institutionalisierte Manipulation der Geldmenge liefert die Macht über das Geld in die Hände einiger weniger Banker. Das System des ungedeckten Papiergeldes erlaubt Maßlosigkeit und Verschuldung in einer Weise, die zwangsläufig zum Crash führen muss. Die daraus entstehende Inflation bedroht indes nicht nur den Wert unseres Geldes – sie bedroht auch die demokratischen Grundfesten unserer Gesellschaft.
Auf Deutschland kommt noch einiges zu: Gerade die deutschen Banken sind besonders stark von der Krise betroffen. Europaweit zählen die deutschen Banken zu den Schlusslichtern der Branche. Ein endloses Fiasko droht, denn die deutschen Banken werden als Weltmeister im Täuschen und Tricksen gesehen.
Die aktuellen Verwerfungen, die durch die beginnende Finanzkrise ausgelöst werden, lassen eine Hoffnung übrig: es könnte alles besser werden nach dem Crash. Vielleicht erwachen die Menschen, nachdem alles zusammengebrochen ist, und überdenken die Fehlerhaftigkeit unseres Finanzsystems, das die Menschheit an den Rand des Abgrunds gebracht hat. Das Gute an der aktuellen Krise könnte sein, dass die Menschen wieder bewusster mit Geld umgehen, dass Maß halten und gut Wirtschaften wieder akzeptable Tugenden werden.
Viele Banken scheffeln bereits wieder Unsummen an Geld, doch einige, vormals mit großem Namen, sind nach wie vor auf die Hilfe des Staates angewiesen, um sich über Wasser zu halten. Diese Banken sind die Sorgenkinder der Branche – und gleichzeitig auch Fässer ohne Boden, in denen Steuermilliarden ohne Wirkung verschwinden.
Wachstum, Wachstum, noch mehr Wachstum – das Mantra unserer Zeit ist ziemlich einfallslos. Zudem ist es sehr gefährlich: Unendliches Streben nach immer mehr Wachstum, das war und ist es, was unser Finanz- und Wirtschaftssystem in den Abgrund treibt. Wir sollten uns aber schon langsam von diesem goldenen Kalb verabschieden: Wachstum um jeden Preis wird bald schon nicht mehr möglich sein.
Massenentlassungen bei Großunternehmen sorgen für großes mediales Aufsehen. Die bekannten Namen der Unternehmen sorgen für mehr Aufmerksamkeit als kleinere Entlassungszahlen aus dem Mittelstand – wobei auch hier viel entlassen wurde. Dennoch: Die bedrückenden Zahlen der Entlassungen in Großunternehmen sorgen allgemein für eine depressive Stimmung. 2009 wurde die Entlassung von rund 60 000 Mitarbeiter angekündigt, allein von den 25 Unternehmen, die am meisten Stellen streichen wollen.
Der Übergang von noch echtem Geld zu schon falschem Geld ist fließend. Daher muss der Vorgang genau untersucht werden, um das Wesentliche darin zu erkennen. Wenn ich direkt mit Gold zahle, übertrage ich Eigentum, indem ich Ware gegen Ware tausche. Hinterlege ich das Gold bei einer Bank, übergibt mir die Bank einen Lagerschein (also eine Banknote), mit dem ich zahle. In diesem Fall ist der Lagerschein nur ein Substitut und durch das auf der Bank liegende Gold abgesichert.
Den Städten in Deutschland geht es schlecht: Manche Städte wissen nicht mehr, wie sie die riesigen Haushaltslöcher noch stopfen sollen. In allen Bereichen soll gespart werden, viele Einrichtungen werden gar nicht mehr weiter geführt, Ausgaben werden erhöht, Leistungen werden gemindert. Die leeren Kassen der Städte transportieren einen schleichenden Zerfall der Gesellschaft: Immer weniger Orte für Gemeinschaftlichkeit bleiben erhalten, und von den übrigen werden wegen höherer Preise viele nur noch schlecht besucht.